Einsatzstichwort: F2 ( Brennt Halle -> droht auf Wohnhaus überzugreifen ) -> F3
Einsatzort: Greifenstein-Arborn
Datum/Uhrzeit:11.08.2026 - 10:28
Alarmierte Ortsteilwehren der Feuerwehr Greifenstein:
Allendorf-Ulm
Arborn
Beilstein
Holzhausen
Nenderoth
Odersberg
Rodenberg
Rodenroth
Weitere Einsatzmittel:
Rettungswagen (RTW)
Brandschutzaufsichtsdienst (KBI/KBM)
Feuerwehr Herborn DLK + Löschwasserkonzept
Feuerwehr Weilburg DLK
Löschwasserkonzept LDK klein (Feuerwehr Ehringshausen,Braunfels,Herborn)
Feuerwehr Haiger - Gerätewagen Atemschutz
Feuerwehr Asslar - Drohneneinheit
Kurzbericht:
Am Dienstagvormittag wurden die Einsatzkräfte aus Arborn, Nenderoth, Odersberg, Rodenroth und Beilstein zu einem ausgedehnten Gebäudebrand in der Münchbornstraße in Arborn alarmiert. Aufgrund weiterer Notrufe erfolgte zusätzlich die Alarmierung der Drehleiter der Feuerwehr Herborn.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand ein Gebäudekomplex aus Halle und Wohnhaus bereits im Vollbrand. Das Feuer hatte zu diesem Zeitpunkt auf den Dachstuhl des Wohnhauses übergegriffen.
Vorrangig galt es, eine Ausbreitung auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Dafür wurden in zwei Bereichen Riegelstellungen aufgebaut. Parallel dazu richteten weitere eintreffende Kräfte eine stabile Löschwasserversorgung ein. Hierzu wurden unter anderem die Ortsteile Holzhausen und Allendorf sowie die Löschwasserkomponente „klein“ des Lahn-Dill-Kreises nachalarmiert. Glücklicherweise besteht in Arborn die Möglichkeit, die Fernwasserleitung zur Löschwasserversorgung zu nutzen, welche ausreichend dimensioniert ist und hohen Wasserdruck sowie Wassermenge liefert. Dadurch stand genügend Löschwasser zur Verfügung.
Die Drehleiter der Feuerwehr Herborn war zu Beginn des Einsatzes aufgrund eines technischen Defekts nicht einsatzbereit, sodass die nächstgelegene Drehleiter aus Weilburg nachalarmiert wurde. Der Defekt an der Drehleiter konnte glücklicherweise im Einsatzverlauf kurzfristig behoben werden, sodass schließlich zwei Drehleitern zur Verfügung standen.
Durch die massive Rauchentwicklung kam es zu Geruchsbelästigungen und Sichtbehinderungen. Daher wurde eine Bevölkerungswarnung über Katwarn ausgelöst.
Die L3046 musste im Bereich Arborn zeitweise voll gesperrt werden. Auch die Münchbornstraße war während des gesamten Einsatzes nicht befahrbar.
Zur besseren Übersicht und Lagebeurteilung sowie zur Planung weiterer Maßnahmen wurde die Drohne der Feuerwehr Aßlar angefordert. Die Einsatzleitung konnte dadurch auf Livebilder in Farbe und Wärmebildaufnahmen zugreifen.
Im Verlauf des Einsatzes stürzten sowohl der Dachstuhl der Halle als auch das Dach des Wohnhauses ein. Die Blecheindeckung der Halle erschwerte das Ablöschen des darunterliegenden Brandguts erheblich.
Zur Beurteilung der Standsicherheit und zur Klärung der Unterstützungsmöglichkeiten des THW bei den Nachlöscharbeiten wurden zunächst die Baufachberater, später die Fachgruppe „Räumen“ des THW Dillenburg alarmiert.
Neben der Brandbekämpfung wurde auch die Versorgung der Einsatzkräfte sichergestellt. Die Feuerwehr Rodenberg unterstützte mit der Hygienekomponente. Besonders erfreulich war die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung: Viele Anwohner versorgten die Einsatzkräfte mit Getränken und Snacks.
Der Bagger des THW, ausgestattet mit einem Greifer, entfernte zunächst die Dachbleche der Halle, um gezielte Nachlöscharbeiten zu ermöglichen. Brandschutt wurde umgesetzt und abgelöscht. Nicht standsichere Bauteile wurden kontrolliert niedergelegt, um unkontrollierte Einstürze zu verhindern.
Auch Bürgermeisterin Sander machte sich vor Ort ein Bild vom Einsatzgeschehen und stimmte mit den Geschädigten Unterstützungsmöglichkeiten ab.
Auf der Rückfahrt der Feuerwehrkräfte aus Herborn unterstützen diese noch bei einem Verkehrsunfall auf der Landstraße in Höhe der Firma West Chemie in Beilstein. Die Einsatzkräfte sicherten die Unfallstelle ab und klemmten die Batterien der beteiligten Fahrzeuge ab.
Zum Abschluss der Nachlöscharbeiten wurden Brandschutt und der Kriechkeller unter der Halle mit Löschschaum geflutet, um letzte Glutnester abzulöschen.
Im Einsatzverlauf zogen sich zwei Feuerwehrleute leichte Verletzungen zu.
Wir wünschen beiden Kameraden eine schnelle und vollständige Genesung.
Der Gefahrenbereich rund um das Brandgebäude wurde zum Einsatzabschluss gemeinsam mit dem THW vollständig mit Bauzaun gesichert und durch die Polizei abgesperrt.
Fazit des Einsatzes:
- Zusammenarbeit der Einsatzkräfte innerhalb der Gemeinde sowie mit überörtlichen Einheiten funktionierte hervorragend.
- Dank vieler Ortsteilwehren standen trotz Urlaubszeit und Arbeitszeit jederzeit ausreichend Kräfte zur Verfügung.
- Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung war vorbildlich und eine große Unterstützung für alle Beteiligten.
Externe Berichte:
https://www.mittelhessen.de/lokales/lahn-dill-kreis/greifenstein/brand-in-arborn-familie-verliert-ihr-zuhause-6009388